Eine Frage, die vermutlich jeden Autor und jede Autorin mindestens einmal im Leben beschäftigt: Erzähle ich anderen Personen meine Buchidee oder behalte ich sie lieber für mich? Die Angst davor, dass die eigene bahnbrechende Buchidee geklaut oder abgeschaut wird, ist groß, dabei ist sie (beinahe) grundlos.
Eigenschaften einer bahnbrechenden Buchidee
Was macht denn nun eine Buchidee zu der ultimativen Ideen? Ich denke, in erster Linie ist es jene Idee, von welcher der:die Buchautor:in selbst begeistert ist und mit Leidenschaft und Motivation in die Umsetzung geht. Erst dann kann die Buchidee zum Leben erweckt werden und Leser:innen faszinieren. Eine Buchidee lebt von neuen Elementen und einer ganz besonderen Schreibstimme. Und wenn man vorhat zu veröffentlichen, wird der Erfolg einer Buchidee meist daran gemessen, ob die Idee an aktuellen Geschehnissen angelehnt ist oder ob es zufällig im gleichen Jahr ebenfalls ähnliche Buchideen zur Veröffentlichung gebracht haben.
Es gibt keine neuen Buchideen mehr
Im Austausch mit anderen Autor:Innen und Schreibtrainer:Innen bin ich immer wieder zum gleichen Ergebnis gekommen: Es gibt kaum mehr neue Buchideen, denn alles wurde schon einmal erzählt. Ist im ersten Moment vielleicht ein wenig frustrierend, aber es kann auch den Druck raus nehmen. Wie bereits im vorigen Kapitel erwähnt, lebt eine Buchidee von neuen Elementen und hier liegt der springende Punkt: es liegt immer an der eigenen Erzählweise und der eigenen Schreibstimme und was man selbst mit der Idee macht. Eine Liebesgeschichte inmitten einer Familienfehde gibt es schon seit Shakespeare und dennoch wird diese Geschichte immer wieder neu erzählt. In anderen Epochen, in anderen Settings oder in anderen Konstellationen. Oder das Beispiel der unzähligen Vampirgeschichten. Würde man recherchieren, wie viele unterschiedliche Bücher es rund um das Thema Vampire gibt, wäre man erstaunt und dennoch finden Autor:innen immer neue Wege dieses Thema anders und neu zu erzählen.
Eine Buchidee: zahlreiche Umsetzungen
Und dennoch sitzt die Angst tief, es könnte jemand die eigene Buchidee klauen. Ich selbst habe viele Jahre diese Angst empfunden und erst nachdem ich mich mit zahlreichen Autor:innen ausgetauscht habe, bin ich drauf gekommen, dass diese Angst unbedenklich ist. Es gibt nämlich ein entscheidendes Argument: Niemand kann die Buchidee so umsetzen, wie ich selbst. Ich weiß, wie die Geschichte funktioniert, ich kenne die Charaktere und ich kenne das Setting. Selbst wenn jemand exakt die gleiche Buchidee aufnimmt wie ich, werden dennoch zwei unterschiedliche Geschichten dabei raus kommen.
Meine persönliche Empfehlung im Umgang mit Ideen
Ich habe selbst jahrelang niemanden von meinen Ideen erzählt, da ich oftmals schlechte Erfahrungen gemacht habe. Selbst jene, die nicht selber schreiben, waren oft sehr frei in ihren Rückmeldungen und haben dann die Idee entweder in Frage gestellt oder waren so begeistert, dass der Druck dann erst recht stieg. Und bei Autor:Innen war ich sowieso vorsichtig, eben aus Angst heraus, sie könnten meine Buchidee klauen.
Mittlerweile weiß ich, dass ich nichts zu befürchten haben und wenn ich jemanden von meiner Buchidee erzähle, dann sage ich oft schon im Vorhinein, dass ich keine Kommentare dazu hören will. Das fällt dem Gegenüber nicht immer leicht, aber es ist klar kommuniziert, was ich mir erwarte. Manchmal reicht es eben auch, die Buchidee nur laut auszusprechen ohne diese in einer Form bewertet oder kommentiert zu bekommen.
Warum überhaupt die Buchidee erzählen?
Es kann schon sehr hilfreich sein, über die eigene Buchidee zu sprechen. Alleine es laut auszusprechen, kann mitunter Knoten lösen oder Ungereimtheiten aufdecken. Es kann inspirierend und motivierend sein und gibt der ganzen Idee einen Hauch von Realität. Zumindest ist es bei mir oft so, dass wenn ich über meine Buchidee spreche, es ein Stück realer wird und ich dann erst recht motiviert bin, diese umzusetzen. Und wenn man mitten im Schreibprozess ist, kann der Austausch wirklich hilfreich sein, denn die Außenperspektive von jemand anderen bringt oft Fragen auf, die ich mir selbst vielleicht gar nicht gestellt habe.
Schreib-Zeit Schreibtipp:
Du hast eine Buchidee im Kopf und traust dich nicht, diese mit anderen zu besprechen, möchtest es aber gerne? Dann hat dir vielleicht mein Blogartikel gezeigt, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Suche dir jemanden aus, der dir gut gestimmt ist und erzähle von deiner Idee.

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