ChatGPT: Gefahr oder Chance?

Sep. 17, 2023

ChatGPT

Spätestens seit November 2022 ist ChatGPT fast jedem und jeder ein Begriff. Der Chatbot, der künstliche Intelligenz einsetzt, kann z.B.: Gedichte schreiben, Nachrichten verfassen und soll sogar Romane hervorbringen. Stimmt das wirklich? Kann ChatGPT eine Autorin oder einen Autor tatsächlich ersetzen? (Hier geht es zur offiziellen Seite von OpenAI: hier).

ChatGPT als Konkurrenz? 

Als Autorin habe ich mir natürlich gleich Gedanken gemacht, als ChatGPT auf den Markt gekommen ist und kostenfrei zugänglich war. Wobei Gedanken noch untertrieben sind. Ich habe mir ernsthaft Sorgen gemacht. Die Buchbranche bzw. die Welt der Literatur entwickelt sich von selbst ohnehin so schnell weiter. Es gibt so viele Geschichten, publizierende Autor:innen und Verlage wie noch nie. Das letzte, das man da noch braucht, ist eine KI, welche angeblich perfekte Texte schreiben kann und das binnen Sekunden. 

Welche Auswirkungen hat diese KI auf zukünftige literarische Texte? Woran kann man unterscheiden, ob ein Mensch diesen Text geschrieben hat oder eine KI? 

Mit der KI zum Doktortitel? 

In den Medien liest man häufig, dass Student:innen ChatGPT dafür verwenden, um Modularbeiten, Tests oder sogar Abschlussarbeiten zu schreiben. Zwar hinterfrage ich, ob das tatsächlich geht, doch immerhin haben manche Hochschulen ChatGPT bereits verboten und das nicht ohne Grund. 

Ich habe noch meine Masterarbeit selbst verfasst und weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt. Von der richtigen Zitierweise bis hin zu wissenschaftlichen Quellen, war es zeitweise echt ein Mühsal. Und das soll die KI tatsächlich abfangen? 

ChatGPT auf die Probe gestellt 

Ich kann nicht immer nur darüber schimpfen oder mich wundern, ohne es selbst ausprobiert zu haben. Deshalb habe ich KI auf die Probe gestellt und mit diesem eine Mikro-Kurzgeschichte erstellt. Im ersten Moment war es schon eigenartig, der KI dabei zuzusehen wie sie eine Zeile nach der Nächsten auswirft und zugegeben, hat es kurzweilig Spaß gemacht, sie mit neuen Inhalten zu füttern. Denn das ist der Punkt: Man kann zwar eingeben, schreibe mir eine Kurzgeschichte und die KI bemüht sich, dir eine lesbare Version von etwas zu liefern, doch da fehlt etwas. So lächerlich es auch klingen mag, es fehlt das Menschliche. ChatGPT schreibt grammatikalisch korrekt, doch es fehlt die Fantasie, der Schwung, das gewisse Etwas, das einen in die Geschichte hinein zieht. Ich habe es dann mit mehr Stichworten probiert und kam zum gleichen Schluss: Die Geschichte ist nicht lebendig. 

Perfekte Texte durch ChatGPT? 

Wie bereits eingangs erwähnt, soll ChatGPT perfekte Texte verfassen und es stimmt, orthografisch kann man ChatGPT kaum das Wasser reichen. Doch sind Texte erst dann perfekt, wenn kein einziger Rechtschreibfehler drinnen ist und sie grammatikalisch richtig sind? Oder sind Texte dann perfekt, wenn sie berühren, Bilder erwecken und Emotionen auslösen? Ich bin eher für Zweiteres, denn was bringt mir eine Geschichte, die fehlerfrei geschrieben ist, wenn sie mich langweilt und ich sie während des Lesens wieder vergesse? Texte und Geschichten dürfen auch imperfekt sein, um perfekt zu sein, gerade das macht sie doch menschlich. 

Keine Panik vor perfekten Texten

Ich kam zu der Conclusio, dass ich keine Angst mehr vor ChatGPT haben muss. Als Autorin muss ich ChatGPT nicht mehr als Konkurrenz ansehen, denn der Mensch und das Leben schreiben noch immer die besten Geschichten. 

Ich bin gespannt ob ich das nach ein paar Jahren oder sogar schon nach Monaten noch immer so sehe, wenn dann vielleicht das erste Buch, verfasst mit ChatGPT, die Bestsellerlisten stürmt. 

Wie siehst du die Entwicklung von ChatGPT in der Zukunft? Gefahr oder Chance?

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