Figuren schreiben Geschichte

Juni 29, 2024

Figuren schreiben Geschichte

Wenn ich an Bücher denke, die ich gelesen habe, fallen mir als erstes die Figuren ein, mit denen ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Sie entscheiden, ob ich ein Buch weiter lese und ob ich die Geschichte „gut“ finde. 

Figuren machen die Geschichte lebendig

Ich denke mir oft, dass ich manche Bücher schon längst zur Seite gelegt hätte, weil die Geschichte einfach langweilig oder unrealistisch war. Die Schauplätze waren vielleicht nicht gut recherchiert, bestimmte Handlungsstränge wurden einfach nicht weitergeführt (und ich spreche nicht von Cliffhangern, sie wurden einfach vergessen) und vieles mehr. Ich bin auch sehr kritisch, wenn ich lese, weil ich mein schriftstellerisches Ich auch beim Lesen nicht immer ausschalten kann. Deshalb finde ich es immer wieder faszinierend, wenn mich gerade langweilige Geschichten beim Lesen halten, weil die Figuren einzigartig sind. Es sind die Figuren, zu denen ich eine emotionale Bindung aufbaue, mit denen ich mitfiebere und hoffe, dass am Ende alles gut wird. Wenn die Figuren Tiefe haben und mir sympathisch sind, dann lese ich weiter. Spannend wird es, wenn ich mich um die Figur sorge und hoffe, dass ihr nichts Schlimmes passiert. Wenn mir aber eine Figur völlig egal ist, dann kann die Szene noch so spannend beschrieben sein, ich fiebere nicht mit. 

Was gibt einer Figur Tiefe? 

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich in seinem eigenen Umfeld umsehen. Mit welchen Menschen kann ich mich identifizieren oder deren Geschichten miterleben? Ich denke da sehr stark an das Arbeitsumfeld, wo ich mit Menschen zusammen bin, die ich mir nicht ausgesucht habe, mit denen ich aber zum Teil zusammenarbeiten muss. Die gleiche Übung funktioniert in der Schule oder an der Universität oder in einem Verein, wo immer wir mit vielen Menschen zusammen sind. Und für mich ist es ganz klar, welche Menschen mir am sympathischsten sind, denn das Schlüsselwort heißt Authentizität. Menschen, die mir etwas vorspielen, die nicht authentisch sind, die gekünstelt wirken, diese Menschen sind mir auch nicht sympathisch und wenn sie mir etwas erzählen, dann berührt mich das auch nicht sonderlich. Und so ist es auch mit den Figuren in den Geschichten. Wenn die Figur nicht authentisch ist, dann springt der Funke bei mir auch nicht über. 

Den Figuren Leben einhauchen 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Figur lebendig zu beschreiben. Im Vorfeld kann ein sogenanntes Character-Sheet erstellt werden, um die Figuren detailliert zu beschreiben. Folgende Kategorien können dabei helfen

Erster Eindruck der Figuren 

Aussehen (Haarfarbe, Gesichtsform, Körperbau, Augenfarbe, Alter, Gewicht…)

Auftreten (Kleidungsstil, Haltung, Sprache/Stimme, Schmuck, Merkmale…)

Einstellung (positiv, negativ, pessimistisch, optimistisch …) 

Figuren-Charaktermerkmale  

Motivation (Wünsche, Träume, Ziele…)

Charakterzüge (z.B. Ist immer hilfsbereit)

Vorlieben (Essen, Unterhaltung, Hobbys, Interessen, Abneigungen …)  

Besonderheiten (Talente, einzigartige Fähigkeiten …) 

Freunde und Familie 

Familie (Geschwister, Eltern, große oder kleine Familie, Großeltern…) 

Freunde (großer oder kleiner Freundeskreis, beste/r Freund/in..) 

Tiere (Haustiere, Tierfreunde..)

Lebensumfeld der Figuren

Wohnen (Wo wohnt die Person? Haus, Wohnung, Baumhaus, Zelt…) 

Beruf/Schule (Welche Klasse, welcher Beruf?….) 

Finanzieller Status (reich, arm, Geld geerbt ….) 

Wenn man die ersten Grundinformationen über eine Figur kennt, fällt es einem schon leichter, über sie zu schreiben und ihr Tiefe zu verleihen. Probiert es aus und beschreibt eine Figur nach den oben genannten Kategorien. 

Wenn dir der Blogartikel gefallen hat, dann lies gerne in einem weiteren Blogartikel etwas darüber, wie man sich eine Geschichte ausdenkt. Zum Blogartikel geht es hier.

Gerne teilt eure Erfahrungen und Figuren hier in einem Kommentar. 

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