Prokrastinieren bei Hobbys

Nov. 9, 2024

Prokrastinieren

Warum wir aufhören sollten, das Schöne aufzuschieben.

Viele von uns kennen das Phänomen: Genau bei den Themen, die uns Freude bereiten und unserem Leben Energie geben, prokrastinieren wir immer wieder. Der Schreibkurs, der uns so inspiriert hat, das Malen, das uns zur Ruhe bringt, die Sportart, die uns den Kopf freimacht – sie alle warten oft ewig auf uns, während der Alltag uns in seinen festgefügten Bahnen hält. Aber warum eigentlich? Warum genau prokrastinieren wir ausgerechnet bei den Dingen, die uns am meisten Spaß machen?

Warum prokrastinieren wir eigentlich?

Im Alltag prokrastinieren wir oft, weil uns unsere Verpflichtungen erdrücken. Unsere To-Do-Listen sind endlos und die Anforderungen in Job und Privatleben fordern unsere volle Aufmerksamkeit. Da liegt es nahe, dass wir Erholungszeiten und spaßige Aktivitäten aufschieben und sie als „weniger wichtig“ ansehen. Schließlich scheinen sie im Vergleich zu Arbeit oder Haushalt nicht unbedingt notwendig zu sein. Doch genau durch dieses Prokrastinieren verlieren wir wertvolle Zeit, die uns helfen könnte, wieder Energie und Lebensfreude zu tanken.

Die Aktivitäten, die wir so häufig prokrastinieren, sind oft jene, die uns in einen Flow-Zustand bringen, ein Gefühl völliger Hingabe und Freude. Wir wissen, wie gut uns das tut – und dennoch schieben wir diese erfüllenden Momente immer wieder auf. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manchmal glauben wir, Spaß sei „egoistisch“ oder „unnötig“, manchmal aber prokrastinieren wir aus Gewohnheit oder weil uns die Energie fehlt, um bewusst Zeit für uns selbst einzuplanen. Was ja eigentlich paradox ist, weil wir aus jenen Aktivitäten ja Energie gewinnen. 

So leicht prokrastinieren wir Freude!

Ich selbst bin auch eine Meisterin im Prokrastinieren. Momentan ist es tatsächlich das Schreiben, dass ich geschickt aufschiebe und hintenan stelle. Mein Hauptberuf, familiäre Verpflichtungen und private Ereignisse haben in letzter Zeit oft Vorrang. Es scheint mir immer wichtiger, meine Zeit in nützliche, „produktivere“ Aktivitäten zu investieren, statt mich mit dem Schreiben zu beschäftigen. „Das Schreiben läuft mir nicht davon,“ denke ich da oft und „mit dem Schreiben kann ich (noch) keine Rechnungen bezahlen“. 

Ich habe vor Kurzem wieder einen Artikel über das Prokrastinieren gelesen und da hat es in meinem Kopf Klick gemacht. Mir fiel auf, wie sehr ich das Schreiben vermisse und wie schade ich es finde, dass ich es immer zu aufschiebe. Dabei bringt es mir Freude und hilft mir, Stress abzubauen. In kreativen Momenten bin ich entspannt und im Hier und Jetzt. Dennoch ist es nicht einfach, das Prokrastinieren zu durchbrechen und Schreiben wieder in meinen Alltag einzubauen. Es fühlt sich fast wie eine Blockade an, eine innere Stimme, die mir einredet, dass es „wichtigere“ Dinge gibt. 

Einer von vielen Lösungsansätzen.

Es gibt viele Methoden und Ansätze, wie man das Prokrastinieren solcher Aktivitäten beenden kann. Ich habe für mich persönlich ausprobiert, mir wieder bewusst Zeitfenster für das Schreiben zu schaffen. Ich habe mein Schreiben fest in den Wochenplan integriert – genauso wie berufliche Meetings. Wenn Hobbys wie Malen oder Sport einen fixen Platz im Kalender bekommen, fällt es leichter, sie ernst zu nehmen. So wird das Prokrastinieren reduziert und wir nehmen unsere eigene Freude wieder wichtig. Schon eine Viertelstunde am Tag kann helfen, dem Prokrastinieren entgegenzuwirken und mehr Spaß im Alltag zu erleben.

Ein weiterer Ansatz, das Prokrastinieren zu überwinden, besteht darin, die Einstellung zu diesen Tätigkeiten zu verändern. Statt sie als „Zusatz“ zu betrachten, der nur dann Raum bekommt, wenn alle anderen Aufgaben erledigt sind, hilft es, diese Aktivitäten als essenziellen Bestandteil unseres Wohlbefindens anzusehen. Denn im Grunde sind es oft diese Hobbys und Momente, die uns mehr Energie und Freude für die anderen Herausforderungen des Alltags geben. Durch diese Sichtweise fällt es leichter, Prokrastinieren als ungünstiges Muster zu erkennen und ihm bewusst entgegenzuwirken. An dieser Einstellung arbeite ich noch, aber den Ansatz finde ich sehr spannend und wir sollten ihn eigentlich mehr beherzigen. 

Letztendlich ist es entscheidend, sich selbst zu erlauben, die Dinge zu tun, die Freude machen, und sich von dem inneren Drang zum Prokrastinieren zu lösen. Wenn wir das erkennen und das Prokrastinieren beenden, schaffen wir einen Weg zu mehr Ausgeglichenheit und Freude im Leben.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Aufschieben des Prokrastinierens und freue mich über deine Erfahrungen und Ansätze. Hinterlasse mir gerne ein Kommentar und teile deine Meinung mit uns. 

Wenn du mehr über das Durchhalten lesen möchtest, dann schau dir meinen anderen Blogartikel an: Schreiben: 3 Tipps zum Durchhalten.

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