Ich befinde mich momentan wieder in einer Überarbeitungsphase meines historischen Romans und stelle mir fortwährend die Frage: Wie essenziell ist die Recherche? Dieser Blogartikel richtet sich vor allem an Schreibende im kreativen Bereich.
Wie viel weiß man über das eigene Thema?
Zu allerst ist es wichtig, sich zu fragen, wie viel man eigentlich über das eigene Schreibthema weiß. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob man einen historischen Roman oder einen zeitgenössischen Kurzkrimi schreibt. Recherchen helfen auf jeden Fall dabei, sich einen Überblick über das Genre und das eigene Thema zu verschaffen. Recherchen können auch dabei helfen, sich in die Stimmung der Geschichte hinein zu fühlen und neue Ideen zu generieren. Oftmals können Neugierde oder echtes Interesse über ein Thema der Auslöser für Recherchen werden, welche dann in das Schreiben eines Romans oder einer Kurzgeschichte münden.
Die Recherche verleiht dem Text Authentizität.
In diesem Fall ist es sehr wohl wichtig, in welchem Genre man schreibt. Denn wenn man selbst den Anspruch hat, einen historischen Roman zu schreiben, sollte die Recherche ausführlicher sein, damit man die Epoche auch wirklich realistisch beschreiben kann. Ein fundiertes Wissen über die Zeit, in der man schreibt, hilft auch dabei sich sicherer, in der eigenen Geschichte zu fühlen und die Leser:innen erfahren ein „Wow-Erlebnis“. Bei einem fiktiven Kriminalroman ist es ebenso ratsam sich mit der Kriminologie ein wenig auseinander zu setzen, da es dem Text Tiefe und Glaubwürdigkeit gibt.
Eine Geschichte ganz ohne Recherchen schreiben?
Kann man ein ganzes Buch schreiben, ohne jemals einmal recherchiert zu haben? Ist die Frage, was bereits als Recherche zählt, denn lesen in dem Genre, in dem ich schreiben will, zählt doch auch schon als Recherche oder nicht? Recherche bedeutet doch, sich zu informieren und intensiv nach etwas zu suchen, mit dem Ziel, danach mehr über ein Thema zu wissen. Demnach stelle ich es mir sehr schwierig vor, ein Buch ganz ohne Recherche zu schreiben, denn selbst wenn man es nicht aktiv betreibt, passiert es doch oftmals ganz nebenbei.
Seine eigenen Recherchen erstellen, geht das?
Gerade beim Schreiben eines Fantasysromans oder eines Science-Fiction Thriller könnten die Recherchen weniger intensiv ausfallen, als bei einem historischen Roman. Wenn man die eigene Welt förmlich neu erfindet und von Grund auf eigene Systeme und Weltanschauungen im eigenen Roman erschafft, könnte man sich einen Teil der Recherche sicherlich ersparen. Es wäre aber dennoch ratsam, sich diese irgendwo zu notieren. Stichwort: Notizbuch! (Hier geht es zum Blogartikel). Einen kompletten Roman erfinden, ohne einer einzigen Verankerung in der Realität oder in etwas, das wir kennen, stelle ich mir ebenfalls schwierig vor. Ich denke da hat jeder unterschiedliche Vorlieben, denn ich als Leserin freue mich, wenn es in einem Roman einen gewissen Grad an Wiedererkennung gibt, wo ich mich anhalten kann.
Sich in der Recherche verlieren – was ist meine Geschichte?
Ein Problem mit dem ich seit Jahren immer wieder zu kämpfen habe ist, dass ich mich zeitweise in meinen Recherchen verlieren. Ich vergesse dann komplett meine eigene Geschichte und über was ich eigentlich schreiben möchte. Da kann es auch mal passieren, dass sich meine Geschichte verändert, weil ich auf neue tolle Ideen stoße. Dann muss ich mich selbst bei der Nase nehmen und immer wieder einen Stopp einlegen, um zu überprüfen, ob ich mich noch bei meiner Geschichte befinde. Wenn dem so ist und sie sich positiv weiterentwickelt hat, ist es super. Aber wenn ich dann plötzlich zwei Handlungsstränge vor mir habe und mich dann für einen entscheiden muss, wird es knifflig.
Mir hilft dann oft mich zu fragen, was ich denn eigentlich will und was die Ursprungsidee war. Ein Freewriting oder Cluster können helfen oder auch der Austausch mit Gutgesinnten und lieben Menschen. Beim Reden kommt man dann oft drauf, was man will oder eben was man nicht will.

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