Ein Retreat ist eine Art Ruhepause vom Alltag und bezeichnet sozusagen einen Rückzug in die Entspannung. Ein Schreib-Retreat kann man auch als Schreib-Urlaub oder Schreib-Auszeit bezeichnen. Man nimmt sich Zeit für das eigene Schreiben und sich selbst.
Ich war Anfang Juli auf einem herrlichen Schreib-Retreat mitten in Wien. Von diesem wunderbaren Schreibort habe ich mich inspirieren lassen und diesen Blogartikel verfasst. Hier möchte ich allgemein über ein Schreib-Retreat schreiben, und im nächsten Blogartikel werde ich meine persönlichen Eindrücke vom Schreibwochenende mit Treffpunkt Schreiben erzählen.
Schreibprojekt
Was ist denn jetzt eigentlich der Sinn oder das Ziel von so einem Schreib-Retreat? Diese Frage wurde mir schon oft gestellt, meist von Nicht-Schreibenden. Das oberste Ziel ist es auf jeden Fall, sich Zeit für das eigene Schreiben und eventuell für das eigene Schreibprojekt zu nehmen. Es ist eine Zeit ganz für sich alleine, weg vom Alltag, weg von der lästigen To-Do-Liste, weg vom Job, weg von der Familie und weg vom lästigen Haushalt. Auf einem Schreib-Retreat geht es nur ums Schreiben und den Austausch darüber.
Es muss aber nicht unbedingt immer ein fertiges Produkt nach einem Schreib-Retreat herauskommen. Oftmals ist es auch einfach so, dass man sich mit dem eigenen Schreiben auseinandersetzt, eventuell die Inputs und Schreibanregungen der Trainer:in aufnimmt und auch einfach mal drauflos schreibt.
Ich habe es schon oft erlebt, dass ich in einer Schreib-Auszeit mit ganz bestimmten Vorstellungen gestartet bin und am Ende an anderen Projekten weitergeschrieben oder es einfach genossen habe, Freewritings zu machen.
Austausch mit anderen
Eine essenzielle Eigenschaft eines Schreib-Retreats ist der Austausch mit anderen Gleichgesinnten. In einem Schreib-Retreat treffen nämlich Schreibbegeisterte zusammen, die alle mit der gleichen Motivation und Leidenschaft zusammenkommen: dem Schreiben. Die Ziele und Herangehensweisen sind oftmals unterschiedlich, oder auch der Zugang zum Schreiben kann sehr stark variieren, aber genau das ist das Interessante am Austausch. Durch das Reden und den Erfahrungsaustausch bekommt man wieder Einblick in andere Methoden und Herangehensweisen. Auf einem Schreib-Retreat merkt man auch, dass man mit dem Schreiben oder besser gesagt mit den oftmals wirren Gedanken über das Schreiben nicht alleine ist. Hier kann man über die Sturheit oder Schrulligkeit der eigenen Figuren sprechen oder sich darüber austauschen, dass man bei einem Kapitelende nicht weiterkommt. Bei einem Schreib-Retreat kann man all die seltsamen Gedanken aussprechen, die bei Nicht-Schreibenden normalerweise zu Kopfschütteln führen. Man befindet sich immerhin unter Gleichgesinnten.
Hardfacts über ein Schreib-Retreat
Eine Auszeit für das Schreiben kann ganz unterschiedlich gestaltet sein, je nach Schreibgruppe oder Trainer:in. Es gibt Schreib-Retreats am Meer, in den Bergen, mitten in Wien oder sogar online. Auch die Dauer kann variieren und manchmal einen Tag dauern oder eine ganze Woche bis hin zu mehreren Wochen (je nachdem, wie viel man ausgeben möchte und Zeit hat!). Es gibt Schreib-Retreats mit speziellem Fokus, wie zum Beispiel Memoirschreiben oder Schreib-Auszeiten für Studierende. Welches Schreib-Retreat das Richtige ist, muss jede
für sich selbst herausfinden. Es gibt mittlerweile sehr viele Angebote und Tipps und Tricks für Schreib-Auszeiten. Ein guter Start ist sicherlich Treffpunkt Schreiben, wo Schreib-Auszeiten und gemeinsames Schreiben regelmäßig angeboten werden. Auch das Writers‘ Studio bietet Schreib-Retreats an.
Im nächsten Blogartikel werde ich über meine ganz persönlichen Erfahrungen schreiben und was ich mir aus dem Schreib-Retreat bei Sonja und Veronika mitgenommen habe.
Falls auch du schon einmal eine gute Erfahrung mit Schreib-Retreats oder Schreib-Auszeiten gemacht hast, dann teile diese gerne in einem Kommentar. Ich freue mich über eure Rückmeldungen!

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